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Maybachufer 17

Unser Haus im Milieuschutzgebiet wurde an eine GmbH verkauft, die vor Ablauf der gesetzlichen Frist eine Abwendungsvereinbarung unterzeichnet hat. Der Bezirk und wir hätten gerne vom Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und unser Haus zugunsten einer Genossenschaft gekauft. Die Abwendungsvereinbarung wendet diesen Vorkauf ab.

Sie garantiert den Mieterinnen und Mietern für bis zu 20 Jahre, dass ihre Wohnungen nicht als Eigentumswohnungen verkauft werden. Modernisierungen sind nur in gewissem Rahmen zulässig, dafür Neubauten dort, wo Platz ist. Die Zeitspanne könnte kürzer ausfallen, sollte das Gebiet nicht mehr als Milieuschutzgebiet gelten oder andere politische Mehrheiten die sozialen Erhaltungssatzungen abschaffen.

Wer wir sind

31 Mietparteien

59 Bewohner

11 Familien, davon 4 Alleinerziehende

16 Kinder

Alter: <1 bis 80 Jahre


Wir sind Familien und Studierende, jüngere und ältere Paare und alleinstehende Senior*innen. Wir arbeiten unter anderem als Dolmetscherin, als Kinderbuchautorin, in einem Familienzentrum und in NGOs, auf dem Neuköllner Wochenmarkt und in Geschäften hier im Kiez. Manche von uns sind in Rente, andere sind durch die COVID19-Pandemie in Kurzarbeit oder wissen nicht, wie es beruflich weitergeht. Teilweise wohnen wir seit Jahrzehnten im Maybachufer 17, teilweise erst seit kurzem. Der älteste Mietvertrag wurde 1938 unterschrieben. 

Mobirise

Das sind wir im Juli 2020 bevor die Abwendungsvereinbarung unterzeichnet wurde.

UNSERE FORDERUNGEN

1

Unser Haus wurde verkauft. Gentrifizierung stoppen!

Immer mehr Berliner*innen sehen sich der Gefahr durch die fortschreitende Gentrifizierung bedroht. Sie durchdringt alle Wohnbezirke der Stadt und wird vorangetrieben durch internationale Kapitalanleger, Immobilienhaie und Spekulanten. 

Unser Haus wurde im Juni 2020 an die Dahme GmbH & Co. KG verkauft, eine Tochterfirma der EB GROUP. Die EB GROUP ist ein international tätiges Immobilien-Investmenthaus, spezialisiert auf den Ankauf und die Entwicklung von Immobilien und Assets. Die Tochterfirma Dahme besteht seit Dezember 2019. Unseres Wissens nach fließt die Rendite in die Schweizer Pensionskasse.

2

Vorkaufsrecht im Kiez ausüben. Jetzt! 

Hier kommt das bezirkliche Vorkaufsrecht ins Spiel, um Spekulanten vom Wohnmarkt fernzuhalten und Verdrängung entgegenzuwirken. Leider haben die Spekulanten längst erkannt, dass die überteuerten Kaufpreise es dem jeweiligen Bezirksamt meist unmöglich machen, alternative, am Gemeinwohl orientierte Käufer zu finden. Dafür gibt es SIWANA – das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds. Wir fordern den Berliner Senat auf, wie gesetzlich vorgesehen, die Zuschüsse freizugeben, um das Milieuschutzgebiet Reuterplatz aktiv zu schützen!

3

Alternative, sozialverträgliche Käufer finden. Keine Rendite mit der Miete! 

Der Senat kann die Diskrepanz zwischen Verkehrswert und Kaufpreis des Hauses durch einen Zuschuss schließen und in besonderen Fällen sogar zum Verkehrswert vorkaufen. Damit bleibt das Objekt auch für Käufer bezahlbar, die am Gemeinwohl orientiert und interessiert sind. Das schützt nicht nur die jeweiligen Mieter, sondern trägt auch nachhaltig zu einer Korrektur des Mietenspiegels bei.

Wir fordern das Bezirksamt Neukölln auf, die bezirklichen Instrumente des Milieuschutzes effektiv einzusetzen, um die bunte Bevölkerungsstruktur im Kiez zu schützen. Treten Sie für Berliner Wohnungsbaugesellschaften oder sozialverträgliche Genossenschaften als Käufer ein. Üben Sie das Vorkaufsrecht aus!

UNSER KIEZ

Unser Kiez hat sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Wohngegend entwickelt - seit 2010 wird hier ein erhöhtes Bevölkerungswachstum verzeichnet. Der steigende Nachfragedruck nach Wohnraum, die Entwicklung der Mietpreise und die häufige Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, machen im Quartier Reuterplatz den Wandel hin zu sozialer Verdrängung deutlich spürbar. Besonders davon betroffen sind kleine und einkommensschwache Haushalte. Seit 2015 steht unser Kiez, das Gebiet Reuterplatz, unter Milieuschutz.

Trotzdem beobachten wir, wie die Aufwertung und Gentrifizierung im Kiez durch Kapitalanleger vorangetrieben wird. In unserer Nachbarschaft gehen Immobiliengesellschaften auf Shoppingtour und lassen die Mieten mit sanierten Luxuswohnungen explosionsartig steigen. Nur weil einige Häuser noch unsaniert sind, können sich Menschen mit niedrigeren Einkommen das Leben in der zunehmend teureren Gegend überhaupt leisten. Immer mehr AirBnB-Wohnungen lassen zudem den Mietmarkt in unserer, bei Touristen beliebten, Gegend schrumpfen. 

Wenn der Wohnungsmarkt kippt, sind einkommensschwächere Haushalte akut von der Verdrängung bedroht. Die soziale Durchmischung in unserem Kiez ist in Gefahr!

Wir wünschen uns als Hausgemeinschaft, dass die soziale Durchmischung im Kiez und unser langjähriger Wohnraum im Milieuschutzgebiet Reuterplatz in Berlin-Neukölln erhalten bleibt.

Gerne geben wir euch unsere Erfahrungen weiter. Schreibt uns einfach an!

Kontakt

hausgemeinschaft@maybachufer17.de              

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